Appell an den Handel: Lebensmittelwarnungen m├╝ssen die Kunden besser erreichen

Hamburg/Berlin/Greven/Gerstetten, 11. Februar 2019 –┬áVerbrauchersch├╝tzer appellieren an den Handel, konsequenter und einheitlicher ├╝ber Lebensmittelwarnungen zu informieren. Bislang sind viele Menschen nicht dar├╝ber informiert, wenn┬ábeispielsweise Lebensmittel mit Salmonellen verunreinigt oder Fremdk├Ârper enthalten sind ÔÇô was┬áerhebliche gesundheitliche Folgen haben kann.

Eine Umfrage ergab: Bei einem Gro├čteil der 35 befragten Handelsunternehmen haben Warnungen┬ázum Schutz ihrer Kunden offenbar keine Priorit├Ąt. Die stichprobenartige Umfrage an Unternehmen┬áwie Superm├Ąrkte oder Discounter zeigt, dass es gro├če L├╝cken in der Informationspolitik gibt.

Die f├╝nf wichtigsten Punkte:

Das gro├če Schweigen: 66 Prozent des Handels antworteten gar nicht auf die Nachfragen┬áder Verbrauchersch├╝tzer.

Wenig Einheitlichkeit: Jeder Anbieter warnt anders. Ein erheblicher Anteil der befragten┬áUnternehmen l├Ąsst sich nicht in die Karten blicken und verweist nur auf die rechtlichen┬áMindeststandards. Aus Sicht der Verbrauchersch├╝tzer sollte die Kommunikation ├╝ber alle H├Ąndler hinweg vereinheitlicht werden, zum Beispiel durch ein gleiches Layout und gleiche┬áPlatzierung der Warnmeldung immer am Eingang, am Regal und an der Kasse, um nur die┬áwichtigsten zu nennen. F├╝r einheitliche gesetzliche Regelungen sprachen sich dm, Lidl und┬ádie B├╝nting-Gruppe (z.B. Famila) aus. Kein Unternehmen nutzt alle verf├╝gbaren Kan├Ąle.

Gerade soziale Medien oder E-Mail-Newsletter dienen meist nur der Marketing Kommunikation, aber nicht zur Information ├╝ber gef├Ąhrliche Produkte und R├╝ckrufaktionen.

Gute Beispiele: Unscheinbare und kaum wahrnehmbare Plakate bei Lebensmittelwarnungen sind nicht kundenfreundlich. Vielversprechende Ans├Ątze gibt es bei Aldi oder┬áLidl, so k├Ânnen sich Kunden nach deren Angaben ├╝ber eine App informieren. Onlinekunden werden bei dm per Newsletter auf den neuesten Stand gesetzt. Ein Kommunikationsmix ist am wirkungsvollsten, um alle Zielgruppen zu erreichen.

Unterscheidung von Eigen- und Fremdmarken: Verbraucher wollen sicher gehen, dass┬ásie gleicherma├čen l├╝ckenlos und zeitnah informiert werden. Zuweilen zeigte die Befragung,┬ádass bei den Eigenmarken besser informiert wird, die Unterscheidung ist aus┬áVerbrauchersicht jedoch nicht sinnvoll. Dass es auch anders geht, zeigen die H├Ąndler┬áNorma oder Aldi, die keine Trennung zwischen Eigen- und Fremdmarken machen.┬á

Bereitschaft zur Kommunikation: Ein Lichtblick ist die Bereitschaft beispielsweise von dm oder Lidl, sich mit Verbraucherschützern auszutauschen.

Jede Woche werden in Deutschland im Schnitt zwei Lebensmittel zur├╝ckgerufen. In schwerwiegenden F├Ąllen kann es zu Verletzungen oder Erkrankungen kommen, in einigen F├Ąllen besteht┬áLebensgefahr.┬áHandelsunternehmen m├╝ssten die konsequente und kontinuierliche Ver├Âffentlichung von┬áProduktwarnungen als ihre Verantwortung und nicht als ÔÇ×notwendiges ├ťbelÔÇť sehen.

 

Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg
ÔÇ×Der Handel sollte nicht mit der Gesundheit seiner Kunden spielen und den Verbraucherschutz┬áernster nehmen. Proaktiv sein hei├čt auch ÔÇ×aus allen Rohren zu feuernÔÇť, z.B. mit Plakaten, im┬áInternet, auf Angebotsflyern oder ├╝ber Apps.ÔÇť

Martin R├╝cker, Gesch├Ąftsf├╝hrer der Verbraucherorganisation foodwatch:
ÔÇ×Lebensmittelgesch├Ąfte spielen eine zentrale Rolle bei Lebensmittelwarnungen. Mit ihrer mangelhaften Informationspolitik machen sich Handelsunternehmen mitschuldig an vermeidbaren, teils schweren┬áErkrankungen. Ministerin Julia Kl├Âckner muss dem Handel vorschreiben, Lebensmittelwarnungen┬áimmer und auf allen Kan├Ąlen zu verbreiten: im Laden, per Newsletter und auf Facebook, bei┬áFremdmarken genauso wie bei Eigenprodukten.ÔÇť

Oliver Barthel, Produktwarnung:
ÔÇ×Aktiver Verbraucherschutz sollte einen hohen und glaubw├╝rdigen Stellenwert in den Handelsunternehmen einnehmen. Jetzt ist dringendes Handeln im Handel angesagt!ÔÇť

Gert Kretschmann, Produktr├╝ckrufe.de:
ÔÇ×Zu oft ist leider erkennbar, dass es sich bei Versprechen wie ÔÇÜTransparenzÔÇÖ und ÔÇÜVerantwortungÔÇÖ┬ádoch nur um leere Phrasen handelt. Oder wie soll man es sonst verstehen, wenn vor Produkten,┬ádie ja nun einmal gesundheits- bis lebensgef├Ąhrlich sein k├Ânnen, nur ├Ąu├čerst oberfl├Ąchlich┬áÔÇÜgewarnt ÔÇÖ wird? Es besteht Handlungsbedarf: JETZT!ÔÇť

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