Schwerpunkte der Lebensmittel├╝berwachung 2017

BVL stellt Schwerpunkte der Lebensmittel├╝berwachung 2017 vor

Unn├Âtige Risiken bei Verpflegung in Pflegeheimen und Krankenh├Ąusern

Unn├Âtige Risiken bei Verpflegung in Pflegeheimen und Krankenh├ĄusernViele Krankenh├Ąuser, Alten- und Pflegeheime setzen ihre Patienten und Heimbewohner beim Essen unn├Âtigen gesundheitlichen Risiken aus. Oft stehen risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate, Rohw├╝rste oder R├Ąucherfisch auf dem Speiseplan. Das ergaben bundesweite Untersuchungen der ├ťberwachungs├Ąmter aus dem Jahr 2017, die das Bundesamt f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute in Berlin auf seiner Jahrespressekonferenz vorstellte. Die Beh├Ârden der Bundesl├Ąnder untersuchten in Schwerpunktprogrammen neben Lebensmitteln auch Kosmetikprodukte. So wurden an Marktst├Ąnden oft fehlerhaft gekennzeichnete Produkte angeboten.

Feinkostsalate, streichf├Ąhige Rohwurst, Weichk├Ąse mit Oberfl├Ąchenschmiere, R├Ąucherfisch und Tiefk├╝hlbeeren geh├Âren zu den Lebensmitteln, die mit Keimen belastet sein und somit bei empfindlichen Personengruppen schwere Infektionskrankheiten ausl├Âsen k├Ânnen. Nur 10 % der im Rahmen des Bundesweiten ├ťberwachungsplans (B├ťp) 2017 untersuchten Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhaus- und Kureinrichtungen verzichteten bei der Essensversorgung ihrer Patienten und Heimbewohner ganz auf solche Risikolebensmittel. ÔÇ×Es ist erschreckend, dass in so vielen Einrichtungen, in denen man gesund werden soll, das Risiko besteht, am Essen zu erkrankenÔÇť, erkl├Ąrte BVL-Pr├Ąsident Dr. Helmut Tschiersky. Das Bundesinstitut f├╝r Risikobewertung (BfR) hatte bereits im Jahr 2011 Handlungsempfehlungen zum Schutz besonders empfindlicher Personengruppen vor Lebensmittelinfektionen herausgegeben, die es j├Ąhrlich aktualisiert. Nur gut die H├Ąlfte der kontrollierten Einrichtungen (45 %) kannte diese Empfehlungen. Hier m├╝sse, so der BVL-Pr├Ąsident, das Bewusstsein f├╝r risikobehaftete Lebensmittel deutlich zunehmen.

Dass risikobehaftete Lebensmittel Krankheitsausbr├╝che ausl├Âsen k├Ânnen, zeigen weitere Daten, die dem BVL vorliegen. Bei jeder achten Probe streichf├Ąhiger Rohwurst (12,2 %), die f├╝r das Zoonosen-Monitoring 2017 untersucht wurde, fanden die Kontrolleure Listerien ÔÇô Bakterien, die schwere Erkrankungen ausl├Âsen k├Ânnen. Im gleichen Jahr wurden 389 lebensmittelbedingte Krankheitsausbr├╝che an das Robert Koch-Institut und das BVL gemeldet, darunter 49 Ausbr├╝che, deren Ursache sicher bestimmt werden konnte. 9 dieser Ausbr├╝che (18,4 %) betrafen Schulen, Kantinen und Pflegeheime.

Kennzeichnungsm├Ąngel bei Kosmetika im Stra├čenverkauf

Kennzeichnungsm├Ąngel bei Kosmetika im Stra├čenverkaufNeben Lebensmitteln stehen auch Kosmetika regelm├Ą├čig im Fokus der ├ťberwachungsbeh├Ârden der Bundesl├Ąnder. 2017 wurden in einem Schwerpunkt H├Ąndler kontrolliert, die Kosmetika auf Wochenm├Ąrkten, Flohm├Ąrkten oder Stra├čenfesten verkaufen. Wie sich zeigte, waren diese Produkte oft nicht ausreichend gekennzeichnet. Von den 1.291 untersuchten Produkten wurden 252 Produkte (19,5 %) beanstandet ÔÇô zum Teil wiesen sie gleich mehrere Kennzeichnungsm├Ąngel auf. Am h├Ąufigsten (39,7 %) fehlte die Chargenkennzeichnung auf der Verpackung. Bei 33,7 % der beanstandeten Produkte war die Angabe des Herstellers/Importeurs nicht vorhanden und bei weiteren 24,6 % war das Mindesthaltbarkeitsdatum ├╝berschritten. ÔÇ×Die Auswertungen haben gezeigt, dass ein bedeutender Anteil der beanstandeten Proben aus eigener Herstellung stammte oder durch die H├Ąndler aus Nicht-EU-L├Ąndern bezogen wurdeÔÇť, erl├Ąuterte Claudia Schmid von der L├Ąnderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV). ÔÇ×K├Ąufern fehlen bei einer mangelnden Kennzeichnung wichtige Informationen, die sie sch├╝tzen sollen.ÔÇť

Smoothies enthalten kaum Keime

Smoothies enthalten kaum KeimeAuch neue Entwicklungen beobachtet die amtliche ├ťberwachung verst├Ąrkt. So wurden im Jahr 2017 Smoothies kontrolliert, bei deren Herstellung vorwiegend frische pflanzliche Zutaten (Gem├╝se und/oder Obst), aber auch getrocknete und pulverisierte Pflanzen sowie Tiefk├╝hlprodukte verwendet werden. Die Zutaten k├Ânnen nat├╝rlicherweise oder herstellungsbedingt mit Krankheitserregern behaftet sein, die sich bei unsachgem├Ą├čen Umgang bei der Herstellung und Abgabe weiter vermehren k├Ânnen. ÔÇ×Die Ergebnisse der Untersuchung sind jedoch erfreulichÔÇť, sagte Dr. Georg Schreiber, stellvertretender Abteilungsleiter Lebensmittelsicherheit im BVL. Von den 158 untersuchten Proben wurden jeweils nur in einer Probe verotoxinbildende E. coli-Bakterien bzw. Listerien nachgewiesen. Salmonellen wurden nicht gar nicht gefunden. ÔÇ×Trotzdem sollten Verbraucher darauf achten, dass sie frisch hergestellte Smoothies bis zum Verzehr gek├╝hlt bei maximal 7 Grad lagern und am gleichen Tag verbrauchenÔÇť, so Schreiber weiter.

Des Weiteren wurde speziell bei gr├╝nen Smoothies der Nitratgehalt untersucht. F├╝r ihre Herstellung werden verschiedene Gem├╝sesorten wie Blattsalate, Rucola, Spinat und Gr├╝nkohl verwendet. Diese Gem├╝sesorten k├Ânnen hohe Gehalte an Nitrat aufweisen, das sich bereits im Lebensmittel oder im K├Ârper zu gesundheitlich bedenklichem Nitrit umwandelt. In den meisten der 153 auf Nitrat untersuchten Proben lag der Nitratgehalt bei unter 200 mg./l. Lediglich bei 12 % der Proben wurden h├Âhere Nitratgehalte bestimmt. F├╝r Erwachsene stellen alle gemessenen Werte keine Gesundheitsgefahr dar. Bei einem Kind mit 25 kg K├Âpergewicht w├╝rde mit dem h├Âchsten gemessenen Wert jedoch die t├Ąglich duldbare Aufnahmemenge, der ADI-Wert, ├╝berschritten.

Nikotingehalte von E-Zigaretten

Nikotingehalte von E-ZigarettenAuch Tabakerzeugnisse werden von den ├ťberwachungsbeh├Ârden der Bundesl├Ąnder kontrolliert. Dazu geh├Âren auch E-Zigaretten. Nikotinhaltige Liquids f├╝r E-Zigaretten d├╝rfen maximal 20 mg Nikotin pro ml der zu verdampfenden Fl├╝ssigkeit enthalten. Bei 5,5 % der 183 untersuchten Liquids wurden Nikotinkonzentrationen von zumeist nur etwas mehr als 20 mg/ml gefunden. Die gro├če Mehrheit der Hersteller hielt sich also an diese gesetzliche Vorschrift.

Allerdings zeigte sich bei der Auswertung dieses B├ťp-Programms, dass fast die H├Ąlfte der untersuchten Liquids (46 %) anderen gesetzlichen Anforderungen nicht entsprachen. So fehlten vorgeschriebene Warnhinweise (z.B. Verbot der Abgabe an sowie der Verwendung durch Kinder und Jugendliche) oder diese waren unvollst├Ąndig, die Beschaffenheit der Nachf├╝llbeh├Ąlter war mangelhaft und/oder die Kennzeichnung konnte Verbraucher t├Ąuschen oder irref├╝hren.

Weiterf├╝hrende Informationen

Hintergrundinformation ÔÇ×Daten zur Lebensmittel├╝berwachung 2017ÔÇť:┬áwww.bvl.bund.de/lebensmittelueberwachung2017

Pr├Ąsentation ÔÇ×Lebensmittelsicherheit 2017 in DeutschlandÔÇť:┬áwww.bvl.bund.de/lebensmittelueberwachung2017_praesentation

Rohw├╝rste enthalten h├Ąufig Krankheitskeime:┬áwww.bvl.bund.de/pi_zoonosenmonitoring2017

Bundesweiter ├ťberwachungsplan (B├ťp) 2017:┬áwww.bvl.bund.de/buep

Zoonosen-Monitoring 2017: www.bvl.bund.de/zoonosenmonitoring

BfR-Merkblatt:┬á„Sicher verpflegt: Besonders empfindliche Personengruppen in Gemeinschaftseinrichtungen“

Quelle: Bundesamt f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

 

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