Gift in Kinderschuhen – Verb├Ąnde fordern branchenweite Konsequenzen nach R├╝ckrufaktion

S├ťDWIND und INKOTA fordern branchenweite Konsequenzen nach R├╝ckrufaktion ÔÇ×Etwa 85 % des weltweit hergestellten Leders wird mit Chrom gegerbt.ÔÇť

Gerberei in Marokko

Gerberei in Marokko

Unabh├Ąngige Pr├╝fstellen haben Mitte Februar das gesundheitsgef├Ąhrdende und in Europa verbotene Chrom VI in Kinderschuhen des Herstellers Ricosta nachgewiesen. S├ťDWIND und INKOTA fordern deshalb erneut und mit Nachdruck eine branchenweite Umstellung der Schuh- und Lederproduktion hin zu einer Herstellung, die ArbeiterInnen, VerbraucherInnen und die Umwelt konsequent sch├╝tzt. Der Fall belegt, dass die Gerbung mit Chrom v.a. bei Kinderschuhen weiter hohe Risiken beinhaltet. Das Unternehmen hat vergangene Woche eine R├╝ckrufaktion gestartet ÔÇô die Schuhe waren aber bereits zwei Jahre im Handel.

Chrom VI Warnungen >

ÔÇ×F├╝r VerbraucherInnen ist es ein Skandal, dass wiederholt der EU-weit geltende Grenzwert von maximal drei Milligramm Chrom VI pro Kilogramm Leder ├╝berschritten wurdeÔÇť, sagt S├ťDWIND-Mitarbeiter Anton Pieper. ÔÇ×Es ist gut, dass Ricosta den R├╝ckruf gestartet hat, und dass das Pr├╝fsystem offenbar funktioniert. Der Fall macht aber deutlich, dass Unternehmen in der Schuh- und Lederbranche hinsichtlich h├Âherer sozialer und ├Âkologischer Standards in ihren Wertsch├Âpfungsketten dringend nachbessern m├╝ssen. Etwa 85 % des weltweit hergestellten Leders wird mit Chrom gegerbt.ÔÇť

ÔÇ×F├╝r die Menschen, die das Leder gerben und Schuhe herstellen ist die Situation noch dramatischer als f├╝r die VerbraucherInnen in Deutschland und EuropaÔÇť, sagt Berndt Hinzmann von der Entwicklungsorganisation INKOTA. ÔÇ×Die Besch├Ąftigten kommen mit den giftigen Substanzen regelm├Ą├čig in Kontakt und atmen die giftigen D├Ąmpfe ein. Die Abw├Ąsser und B├Âden sind hochgradig verseucht.ÔÇť Bereits mit der Studie ÔÇÜZeigt her Eure SchuheÔÇś hatte die Kampagne Change Your Shoes 2017 die dramatischen Folgen der Chrom-Gerbung in Indien aufgedeckt und die Branche mit den Problemen konfrontiert.

ÔÇ×Es m├╝ssen weitreichendere Ma├čnahmen in der gesamten Branche folgenÔÇť, so Pieper weiter. ÔÇ×Der Verband HDS/L und die Unternehmens-Initiative CADS haben vergangenes Jahr versprochen, die Herausforderungen anzugehen. Es bedarf jedoch endlich konkreter Ma├čnahmen, damit die Menschen und die Umwelt nicht weiter gesch├Ądigt werden.ÔÇť

Chrom VI kann bei der Chromgerbung entstehen, beispielsweise unter Einfluss von Feuchtigkeit oder hohen Temperaturen. Unter diesen Bedingungen k├Ânnen aus Chrom III hochallergene und krebserregende Chrom-VI-Verbindungen entstehen. Die Bildung von Chrom VI l├Ąsst sich lediglich einschr├Ąnken, jedoch kaum verhindern. Auch bei der Lagerung von chromgegerbtem Leder kann sich Chrom III zu Chrom VI wandeln.

Quelle: S├ťDWIND
Internet: https://www.suedwind-institut.de

Seit fast 30 Jahren engagiert sich S├ťDWIND f├╝r wirtschaftliche, soziale und ├Âkologische Gerechtigkeit weltweit. Anhand von konkreten Beispielen zu Missst├Ąnden decken wir ungerechte Strukturen auf. Dabei verbinden wir unsere Recherchen mit entwicklungspolitischer Bildungs- und ├ľffentlichkeitsarbeit und tragen Forderungen in Kampagnen, Gesellschaft, Unternehmen und Politik. S├ťDWIND arbeitet gemeinn├╝tzig und unabh├Ąngig. Finanziert wird S├ťDWIND aus Zusch├╝ssen, Einnahmen aus Auftragst├Ątigkeiten sowie Mitgliedsbeitr├Ągen und Spenden.

Bild/er:┬áPixabay┬áÔÇô Lizenz:┬áPublic Domain CC0

 

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