foodwatch-Labortests: Krebsverd├Ąchtige Mineral├Âl-R├╝ckst├Ąnde in S├Ąuglingsmilch von Nestl├ę und Novalac

Update 24.10.19 – 20:55 Uhr┬á Nestle hat nun ein Statement ver├Âffentlicht. Der Text findet sich unterhalb des Artikels


Verbraucherorganisation fordert sofortigen Verkaufsstopp und R├╝ckruf in Deutschland und ├ľsterreich

S├Ąuglingsmilch-Produkte von Nestl├ę und Novalac sind mit gesundheitsgef├Ąhrdendem Mineral├Âl belastet. Das belegen unabh├Ąngige Laboranalysen, die die Verbraucherorganisation foodwatch am Donnerstag ver├Âffentlicht hat. In Deutschland und ├ľsterreich sind die Nestl├ę-Produkte ÔÇ×Beba Optipro Pre, 800 g, von Geburt anÔÇť und ÔÇ×Beba Optipro 1, 800 g, von Geburt anÔÇť betroffen sowie die in Apotheken in Deutschland erh├Ąltliche ÔÇ×Novalac S├Ąuglingsmilchnahrung Pre, 400gÔÇť. Bei den Labortests wurden in dem Milchpulver sogenannte aromatische Mineral├Âlbestandteile nachgewiesen, die im Verdacht stehen, Krebs auszul├Âsen.

foodwatch forderte Nestl├ę und Novalac auf, die belasteten Produkte sofort zur├╝ckzurufen und die Eltern vor dem Gebrauch der Produkte zu warnen. Unter www.foodwatch.org/de/mitmachen/mineraloel-raus-aus-der-babymilch/ startete foodwatch einen Online-Appell, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher diese Forderung unterst├╝tzen k├Ânnen. Zudem forderte foodwatch Handelsketten und Apotheken auf, den Verkauf der Produkte zu stoppen.

ÔÇ×Aromatische Mineral├Âlbestandteile haben in Lebensmitteln nichts zu suchen ÔÇô schon gar nicht in Produkten f├╝r S├Ąuglinge. Gerade bei Lebensmitteln f├╝r Neugeborene m├╝ssen sich die Eltern absolut darauf verlassen k├Ânnen, dass die Produkte gesundheitlich unbedenklich sindÔÇť, erkl├Ąrte Martin R├╝cker, Gesch├Ąftsf├╝hrer von foodwatch-Deutschland. ÔÇ×Jeder weitere Tag, an dem Hersteller wie Nestl├ę ihre mit krebsverd├Ąchtigen Mineral├Âlen verunreinigte Babymilch in den Verkaufsregalen stehen lassen, erh├Âht das Risiko f├╝r Neugeborene ÔÇô das ist vollkommen unverantwortlich. Die Produkte m├╝ssen sofort und ├╝berall aus dem Verkauf genommen werden.ÔÇť

Im Auftrag von foodwatch hatten drei zertifizierte Labore unabh├Ąngig voneinander und mit unterschiedlichen Analysemethoden Babymilch auf Mineral├Âle untersucht. Von vier in Deutschland eingekauften Produkten waren drei mit krebsverd├Ąchtigen aromatischen Mineral├Âlbestandteilen (MOAH) verunreinigt. Nur in einem Produkt ÔÇô der Nestl├ę-S├Ąuglingsmilch ÔÇ×Beba Optipro 3, 800g, ab dem 10. MonatÔÇť ÔÇô waren keine MOAH-R├╝ckst├Ąnde nachweisbar. Die Analysen zeigten, dass es sich um ungereinigte Mineral├Âl-Bestandteile handelt. Nach Einsch├Ątzung von foodwatch k├Ânnten sie von den als Verpackung verwendeten Wei├čblechdosen auf die Produkte ├╝bergegangen sein. Bei deren Produktion werden so genannte Walz- und Schneid├Âle verwendet. Die Verbraucherorganisation riet Eltern daher, ihren Kindern vorsorglich keine S├Ąuglingsmilch aus Wei├čblechdosen mehr zu f├╝ttern, bis die Hersteller belegen k├Ânnen, dass die Produkte unbelastet sind.

foodwatch hatte die getesteten Chargen Ende Juli und Anfang August 2019 eingekauft. Nachdem ein erster Labortest vorlag, beauftragte die Organisation nicht nur eine wiederholte Analyse im selben Labor, sondern zudem auch zwei weitere Laboratorien, um die Befunde zu ├╝berpr├╝fen. Die nun vorliegenden Ergebnisse wurden gemeinsam mit Experten analysiert. Neben den vier Produkten aus dem Handel in Deutschland und ├ľsterreich hatte foodwatch zw├Âlf weitere Babymilch-Produkte aus Frankreich und den Niederlanden untersuchen lassen. Hier wurden in f├╝nf F├Ąllen aromatische Mineral├Âle gefunden, unter anderem in Produkten von Danone und Nestl├ę (in Frankreich) und Hero Baby (in den Niederlanden).

Mineral├Âle sind die gr├Â├čte Verunreinigung im menschlichen K├Ârper. Die Europ├Ąische Lebensmittelbeh├Ârde EFSA beschreibt besonders die ÔÇ×aromatischen Mineral├ÂleÔÇť (MOAH) als potenziell krebserregend und erbgutsch├Ądigend ÔÇô weshalb solche R├╝ckst├Ąnde selbst in kleinsten Mengen nicht in Lebensmitteln enthalten sein sollten. Neben Maschinen bei Ernte und Verarbeitung kann auch die Verpackung der Grund f├╝r die Mineral├Âl-Verunreinigung sein. So enthalten zum Beispiel Verpackungen aus Altpapier oft Mineral├Âle aus Druckfarben, die auf Lebensmittel ├╝bergehen k├Ânnen. Bereits 2015 hatte foodwatch in einem internationalen Labortest 120 Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Cornflakes untersuchen lassen ÔÇô 43 Prozent der Produkte enthielten aromatische Mineral├Âle.

Obwohl die Gesundheitsgefahren durch Mineral├Âlverunreinigungen in Lebensmitteln seit Jahren bekannt sind, gibt es bisher nicht einmal gesetzliche Grenzwerte. foodwatch fordert sichere Grenzwerte f├╝r Mineral├Âle in Lebensmitteln ÔÇô bei den besonders kritischen aromatischen Mineral├Âlen (MOAH) muss eine Null-Toleranz gelten.

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Die nach den Labortests mit MOAH belasteten Produkte sind:

Deutschland

Novalac S├Ąuglingsmilchnahrung PRE 400g
Chargennummer: A5952275
Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.03.2020
Belastung mit MOAH: 0,5 mg/kg

Nestl├ę BEBA OPTIPRO PRE 800 g von Geburt an
Chargennummer: 91120346AA
Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020
Belastung mit MOAH: 3,0 mg/kg

Nestl├ę BEBA OPTIPRO 1 800 g von Geburt an
Chargennummer: 9098080621
Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020
Belastung mit MOAH: 1,9 mg/kg

Niederlande

Neolac Organic 1 Komplette S├Ąuglingsnahrung, 0-6 m
Belastung mit MOAH: 1,6 mg/kg

Hero Baby Nutrasense hypoallergen, 0-6 Monate
Belastung mit MOAH: 0,8 mg/kg

Nutrilon Di├Ątnahrung gegen Kuhmilchallergie 1, 0-6 Monate
Belastung mit MOAH: 1,2 mg/kg

zur Meldung von foodwatch Niederlande >

FAQ zur Untersuchung > E-Mail-Aktion von foodwatch >

Quelle: foodwatch e.V.
Internet: www.foodwatch.de

 

Nestle Stellungnahme

Frankfurt am Main, 24. Okt 2019

Die Gesundheit und Sicherheit von Babys haben bei uns oberste Priorit├Ąt. Deshalb nehmen wir die in dem Bericht von Foodwatch erhobenen Vorw├╝rfe sehr ernst.

Uns ist bewusst, dass der Bericht von Foodwatch bei vielen Eltern Besorgnis erregt hat. Nat├╝rlich werden wir mit Foodwatch in Kontakt treten, um den Bericht besser nachvollziehen zu k├Ânnen.

Wir m├Âchten allen M├╝ttern und V├Ątern versichern, dass die Babys weiterhin sicher mit unserer S├Ąuglingsnahrung gef├╝ttert werden k├Ânnen. Beba Optipro Pre und Beba Optipro 1 erf├╝llen alle lebensmittelrechtlichen Vorschriften in Deutschland und der EU.

Allen besorgten Eltern bieten wir an, sich bei m├Âglichen Fragen┬ábitte direkt an unsere Expertinnen beim Nestl├ę-Babyservice┬áinfo@babyservice.de┬ázu wenden.

Quelle: Nestl├ę Deutschland AG

 

 

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