Vorgeschnittenes Obst und Blattsalate k├Ânnen mikrobiell belastet sein

Obstbecher und in Folien verpackte Blattsalate m├╝ssen gek├╝hlt angeboten und aufbewahrt werden

Praktisch, appetitlich und vitaminreich ÔÇô aufgeschnittenes Obst und vorgeschnittene Blattsalate werden gerade im Sommer gerne f├╝r unterwegs mitgenommen. Doch vom Anbau bis zur Verpackung besteht das Risiko einer mikrobiellen Kontamination, wie das Bundesamt f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin betont. Die Untersuchungsergebnisse der Bundesl├Ąnder der vergangenen Jahre zeigen, dass Enterobakterien, Schimmelpilze und Hefen vermehrt auftreten. Bei vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten wurden in Einzelf├Ąllen auch potentiell krankmachende Keime nachgewiesen. Verbraucher sollten daher darauf achten, dass Obst und Salate, die vorgeschnitten sind, im Handel immer gek├╝hlt angeboten und zu Hause im K├╝hlschrank aufbewahrt werden.

Vorgeschnittenes Obst und Blattsalate k├Ânnen mikrobiell belastet sein

Sowohl zerkleinertes Obst als auch zerkleinerte, in Folien verpackte Blattsalate geh├Âren zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Lebensmittelunternehmer m├╝ssen daher bei diesen Produkten strenge Hygienevorschriften beachten. Ob diese eingehalten werden, ├╝berpr├╝fen die Lebensmittel├╝berwachungsbeh├Ârden der Bundesl├Ąnder regelm├Ą├čig. So werden im Rahmen des risikoorientierten Bundesweiten ├ťberwachungsplanes (B├ťp) und des repr├Ąsentativen Zoonosen-Monitorings Lebensmittel regelm├Ą├čig auf mikrobiologische Parameter untersucht.

Im B├ťp 2016 wurden 745 Proben vorverpackten aufgeschnittenen Obstes (Obstmischungen und exotisches Obst) auf diverse Mikroorganismen untersucht. Dabei wurde nicht jede Probe auf alle Untersuchungsparameter untersucht. 80 % der Proben wurde im Handel gek├╝hlt angeboten.

Am h├Ąufigsten konnten Schimmelpilze nachgewiesen werden ÔÇô 135 von 737 Proben (18 %) enthielten Gehalte ├╝ber dem DGHM-Richtwert (Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft f├╝r Hygiene und Mikrobiologie). In 81 (11 %) bzw. 31 (4,3 %) der 713 darauf untersuchten Proben wurden die Richt- bzw. Warnwerte f├╝r Enterobakterien ├╝berschritten. Dies ist ein m├Âglicher Hinweis darauf, dass die Prinzipien einer guten Hygienepraxis nicht eingehalten wurden. Die Anzahl an Hefen ├╝berschritt in 65 (9 %) von 738 auswertbaren Proben den DGHM-Richtwert. In f├╝nf von 745 Proben konnte Escherichia coli nachgewiesen werden, zwei Proben davon ├╝berschritten den DGHM-Richtwert. In zwei von 700 Proben wurden die Richtwerte f├╝r koagulase-positive Staphylokokken ├╝berschritten. Salmonellen konnten in keiner der 632 ausgewerteten Obstproben nachgewiesen werden.

Keine Salmonellen in Melonen

Ein Jahr zuvor standen ungek├╝hlte und aufgeschnittene Wasser-, Honig-, Cantaloupe- und Netzmelonen im Fokus der ├ťberwachungs├Ąmter. Sie wurden auf Salmonellen untersucht. Hier war das Ergebnis erfreulicher. Von den 486 untersuchten Proben waren alle mikrobiologisch unauff├Ąllig ÔÇô in keiner der Proben konnte Salmonella spp. nachgewiesen werden.

Die im Zoonosen-Monitoring des Jahres 2015 untersuchten Proben von vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten waren in Einzelf├Ąllen mit potentiell krankmachenden Keimen kontaminiert. In einer der 391 Proben (0,3 %) wurden Salmonellen nachgewiesen. Den gesetzlichen Anforderungen gem├Ą├č gilt vorzerkleinerter Salat, in dem Salmonellen nachgewiesen werden, als gesundheitssch├Ądlich und muss vom Markt genommen werden. 2 % der 344 Proben von vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten waren mit Listeria monocytogenes kontaminiert. Allerdings wurden nur niedrige Keimgehalte festgestellt, die ├╝blicherweise keine Gesundheitsgefahr f├╝r den Menschen darstellen.

Tipps f├╝r Verbraucher

Aufgrund der Anbaubedingungen k├Ânnen Obst und Salate in Kontakt mit diversen Mikroorgansimen kommen. Vorgeschnittene Salate und abgepackte Obstst├╝cke werden roh verzehrt und durchlaufen in aller Regel keinen Produktionsschritt, der geeignet ist, die Mikroorganismen abzut├Âten. W├Ąhrend das Obst durch das Aufschneiden und den damit verbundenen Kontakt mit der Schale kontaminiert werden kann, sorgen bereits kleine Schnitt- und Bruchstellen bei Salatbl├Ąttern und dem dort austretenden Saft f├╝r das Wachstum verschiedener Mikroorganismen. Das h├Ąufig s├Ąurearme Fruchtfleisch der angebotenen Obstsorten und das feuchte Milieu der folienverpackten Salatmischungen f├Ârdern das Wachstum der Keime. Werden die Produkte dann noch ungek├╝hlt gelagert, k├Ânnen sich die Bakterien noch schneller vermehren.

Empfehlungen

Das BVL r├Ąt daher, beim Kauf von vorgeschnittenem Obst und Salaten auf Folgendes zu achten:

Eine hohe Keimbelastung ist selten mit blo├čem Auge zu erkennen. Trotzdem lohnt ein gezielter Blick, um den Frischezustand des Produktes zu erkennen. Farbverlust, braune Stellen oder viel Fl├╝ssigkeit weisen auf eine mangelnde Frische hin. Ebenso kritisch ist eine gew├Âlbte Verpackung, da die gebildeten Gase Zeichen der einsetzenden G├Ąrung sind.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass vorgeschnittenes Obst und Salate im K├╝hlregal liegen, und halten sie das Verbrauchs- bzw. Mindesthaltbarkeitsdatum ein.

Verzehren Sie das aufgeschnittene Obst bzw. den bereits zerkleinerten Salat rasch oder bewahren Sie es im K├╝hlschrank oder einer K├╝hltasche auf. Entsorgen Sie Produkte, die l├Ąngere Zeit einer hohen Temperatur ausgesetzt waren, also beispielsweise ungek├╝hlt gelagert oder gar dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt wurden.

 

Hintergrundinformation
Das Bundesamt f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist eine eigenst├Ąndige Bundesoberbeh├Ârde im Gesch├Ąftsbereich des Bundesministeriums f├╝r Ern├Ąhrung und Landwirtschaft. Das BVL ist f├╝r die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch ver├Ąnderten Organismen in Deutschland zust├Ąndig. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit ├╝bernimmt es umfassende Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesl├Ąndern und der Europ├Ąischen Union. In der Rubrik ÔÇ×Lebensmittel im BlickpunktÔÇť stellt das BVL regelm├Ą├čig Informationen zu bestimmten Lebensmitteln zusammen.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 
Internet: https://www.bvl.bund.de

 


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