Der Eierskandal – Beh├Ârdenversagen und europ├Ąische Blockaden

Nach derzeitigem Kenntnisstand gelangte das verbotene Fipronil ├╝ber ein kontaminiertes Reinigungsmittel aus den Niederlanden in die Betriebe. Das Insektizid war nach bisherigem Kenntnisstand dem Reinigungsmittel Dega-16 (ein zugelassenes Pr├Ąparat aus Eukalyptus├Âl, Menthol und anderen ├Ątherischen ├ľlen) unerlaubt beigemischt worden und ├╝ber das H├╝hnerfutter in die Eier gelangt. Das auf Reinigungsarbeiten spezialisiertes niederl├Ąndisches Unternehmen „ChickFriend“ hatte das Mittel vom belgischen Lieferanten Poultry-Vision bezogen. Bei einer Durchsuchung des Lieferunternehmens, das auch mit Insektiziden handelt, sollen gr├Â├čere Mengen Fipronil gefunden worden sein. Nach Aussage des Lieferanten sei das belieferte Reinigungsunternehmen korrekt ├╝ber das Mittel informiert worden. Laut der Zeitung Volkskrant hat ein niederl├Ąndischer Gefl├╝gelbetrieb bereits im Juni 2016 das Reinigungsmittel bezogen, weshalb Fipronil-kontaminierte Eier m├Âglicherweise bereits seit ├╝ber einem Jahr im Umlauf waren; ein Nachweis ist heute allerdings nicht mehr m├Âglich*.

Erst ├╝ber eine Eigenkontrolle eines Eierverarbeiters in Belgien flog die Kontamination auf und wurde umgehend an das Europ├Ąische Schnellwarnsystem f├╝r Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) gemeldet. Dort wurde die Meldung ├Âffentlich am 20.07.2017 eingestellt.


Auflistung der betroffenen Stempelcodes >


Der eigentliche Skandal

Die deutschen Beh├Ârden sind seit Tagen scheinbar nicht in der Lage, die Warenstr├Âme nachzuvollziehen. Verbraucher stellen sich zurecht die Frage, wo und wie wurden betroffene Eier weiterverarbeitet. Diese Antwort bleiben die verantwortlichen Stellen nach wie vor schuldig, der schwarze Peter wird den niederl├Ąndischen Beh├Ârden zugespielt

Richtig ist, die Herkunft der Eier wird auf weiterverarbeiteten Produkten nicht angegeben. Ein Fehler der schon seit langem von Verbraucherschutzverb├Ąnden kritisiert wird. Aber Unternehmen haben auch eine Eigenverantwortung und sollten schleunigst ihre Lieferwege ├╝berpr├╝fen und bei Verdacht den Beh├Ârden melden und ggf. kontaminierte Waren ├Âffentlich aus dem Verkehr ziehen.

Unternehmensverantwortung wahrnehmen
Unternehmen, die betroffene Eier verarbeitet haben k├Ânnen uns die betroffenen Produkte gerne melden (bitte eindeutiger Email-Absender inkl.aller wichtigen Angaben), Verbraucher werden es ihnen danken!┬á

Lebensmittelwarnungen ÔÇô Beh├Ârden warnen unzuverl├Ąssig und unzul├Ąnglich

Im Jahr 2011 wurde mit gro├čem Tam-Tam und vielen Versprechungen das Portal lebensmittelwarnung.de gestartet. Es ist das Portal der Bundesl├Ąnder sowie des Bundesamtes f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit f├╝r Endverbraucher. Hier sollen Endverbraucher dann auch schnell und umfangreich ├╝ber m├Âgliche Gefahren informiert werden, die von Lebensmitteln ausgehen k├Ânnen. Tats├Ąchlich aber werden ├╝ber dieses Portal so gut wie keine Beh├Ârdenmeldungen publiziert. Weit ├╝ber 90% der dort ver├Âffentlichten Meldungen sind Presse- oder Verbraucherinformationen der Hersteller. Endverbraucher sind also quasi darauf angewiesen, dass betroffene Produkte der jeweils zust├Ąndigen Landesbeh├Ârde gemeldet werden und von diesen dann auch zeitnah auf lebensmittelwarnung.de ver├Âffentlicht werden.

Bis heute kocht jede Landesbeh├Ârde ihr eigenes S├╝ppchen auf dem Portal. Das HickHack um L├Ąnderkompetenzen sollte schleunigst beendet werden. Verbraucher werden durch unterschiedliche Darstellung der Bundesl├Ąnder nur zus├Ątzlich verunsichert.

Oft fehlen aber in den Herstellermeldungen wichtige Zusatzinformationen zum Grund des R├╝ckrufes. Bakterielle Kontamination ist inzwischen eine beliebte Formulierung geworden, mit der aber kein Verbraucher und auch kein Mediziner wirklich etwas anfangen kann.

Verbraucherschutz Gl├╝ckssache?

Verbraucherschutz kann und darf keine ÔÇ×manchmalÔÇť Angelegenheit sein! Alle Konsumenten und Konsumentinnen m├╝ssen sich auf die Arbeit der zust├Ąndigen Stellen verlassen k├Ânnen. Verbraucherschutz ist auch Gesundheitsschutz ÔÇô wird hier geschlampt k├Ânnen lebensbedrohliche Erkrankungen die Folge sein. Bayern-Ei ist hier Beispiel genug!

Schon zum Start im jahr 2011 hatte die Linken-Abgeordnete Karin Binder den Mehrwert der Internetseite bei ÔÇ×nahe NullÔÇť gesehen und zweifelte schon damals daran, dass Lebensmittelwarnungen tats├Ąchlich beim Endverbraucher ankommen.

Allein das Portal lebensmittelwarnung.de des BVL verschlingt jedes Jahr zig-Tausende Euro ÔÇô stellt sich die Frage, ob dieses Geld nicht anderweitig sinnvoller angelegt w├ĄreÔÇŽ

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