RAPEX Jahresbericht 2016: Zahl der vom Markt genommenen Produkte steigt weiter

Im Jahr 2016 wurde das Schnellwarnsystem aktiver von den nationalen Beh├Ârden in Anspruch genommen. Die Zahl der vom Markt genommenen Produkte stieg ebenfalls an. Ein immer h├Âherer Anteil der im Schnellwarnsystem gemeldeten gef├Ąhrlichen Produkte wird allerdings ├╝ber das Internet vertrieben. Deswegen arbeitet die Kommission intensiver mit Amazon, Ebay und Alibaba zusammen, um potentiell unsichere oder nicht normgerechte Produkte aus Internet-Seiten, von denen aus in die EU verkauft wird, zu entfernen.

V─Ťra Jourov├í, Kommissarin f├╝r Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, erkl├Ąrte: ÔÇ×Die Verbraucherinnen und Verbraucher m├╝ssen vor gef├Ąhrlichen Produkten gesch├╝tzt werden. Dieser Schutz muss sowohl online als auch offline greifen. Deswegen begr├╝├če ich, dass wir uns mit Amazon, Ebay und Alibaba geeinigt haben, gemeinsam auf eine Entfernung von ├╝ber das Schnellwarnsystem gemeldeten Produkten von ihren Webseiten hinzuwirken, und rufe andere Anbieter auf, diesem Beispiel zu folgen. Positiv zu vermerken ist auch, dass wir in Bezug auf China einige Fortschritte erzielt haben und die Zahl der von dort eingef├╝hrten gef├Ąhrlichen Produkte in diesem Jahr zur├╝ckgegangen ist. Daran wird deutlich, dass unsere Zusammenarbeit mit China und unser kontinuierliches Eintreten f├╝r ein hohes Schutzniveau Wirkung zeigt.ÔÇť


Viele Meldungen zu Produkten aus Deutschland

Die Zahlen des Rapex-Jahresberichtes zeigen aber auch ganz andere Probleme auf. So ist Deutschland als Herkunftsland von unsicheren bzw. beanstandeten Produkte ├╝berm├Ą├čig stark betroffen.

Viele Meldungen aus Deutschland?

Aber auch die Anzahl der Meldungen aus Deutschland scheint unverh├Ąltnism├Ą├čig hoch. Dies liegt aber allein an den unz├Ąhligen Meldungen aus dem KFZ und Nutzfahrzeug Bereich. Die tats├Ąchlichen Meldungen aus Deutschland zu nonfood Produkten wie etwa Textilien, Spielzeug oder Elektroger├Ąte werden┬áseit 2 Jahren┬áimmer weniger.


Die Zusammenarbeit zwischen den EU-L├Ąndern hat sich intensiviert. In zunehmendem Ausma├č greifen sie auf das Schnellwarnsystem zur├╝ck, um daf├╝r zu sorgen, dass gef├Ąhrliche Produkte auch in anderen europ├Ąischen L├Ąndern rasch vom Markt genommen werden. 2016 wurden ├╝ber das Schnellwarnsystem von den zust├Ąndigen nationalen Beh├Ârden mehr als 2044 Warnungen vor gef├Ąhrlichen Produkten ├╝bermittelt. Sie f├╝hrten zu 3824 Folgema├čnahmen, beispielsweise zu Produktr├╝ckrufen. Insgesamt war die Zahl der Folgema├čnahmen mehr als doppelt so hoch wie in den Vorjahren. Daran wird deutlich, dass die nationalen Beh├Ârden Warnmeldungen rascher nachgehen und alle erforderlichen Ma├čnahmen ergreifen, um die Verbrauchersicherheit zu verbessern.

Die Europ├Ąische Kommission hat sich ferner gemeinsam mit den nationalen Beh├Ârden um eine noch benutzerfreundlichere Funktionsweise des Systems bem├╝ht. Die Webseite des Systems wurde modernisiert, um ihre Nutzung durch Unternehmen und Verbraucher zu f├Ârdern.

Wie sch├╝tzt das System den Verbraucher vor ├╝ber das Internet verkauften gef├Ąhrlichen Produkten?

Viele der im Schnellwarnsystem gemeldeten gef├Ąhrlichen Produkte werden auch ├╝ber das Internet vertrieben, das die Verbraucher Waren in zunehmendem Ausma├č online erwerben. 2016 galten 244 Warnmeldungen dieser Produktkategorie. Mehrere Mitgliedstaaten haben deshalb bereits spezialisierte Stellen eingerichtet, die Internetseiten beobachten und dort online vertriebene gef├Ąhrliche Produkteaufsp├╝ren. Amazon, eBay und Alibaba haben ferner zugestimmt, sich intensiver um eine Entfernung der von den EU-Beh├Ârden als potentiell unsicher oder nicht normgerecht identifizierten Produkte aus ihren Internet-Seiten zu entfernen. Dazu haben die Online-Anbieter eine zentrale Kontaktstelle f├╝r die Beh├Ârden eingerichtet.

Von welchen Produkten gehen die gr├Â├čten Risiken aus?

2016 entfiel die gr├Â├čte Anzahl an Warnmeldungen auf Spielzeuge (26┬á%), gefolgt von Kraftfahrzeugen sowie Bekleidungs-, Textil- und Modeartikeln (13┬á%).

Bei den gemeldeten Risiken lagen 2016 die Verletzungsrisiken an erster Stelle (25 %), gefolgt von chemischen Risiken (23 %).

Aus welchen L├Ąndern stammten die gef├Ąhrlichen Produkte im Jahr 2016?

Die meisten gemeldeten gef├Ąhrlichen Produkte stammten aus L├Ąndern au├čerhalb der EU. In 53┬á% der F├Ąlle (1069 Produkte) wurde China als Herkunftsland angegeben. Die Zahl der Warnungen von Produkten aus der Volksrepublik China ging um 9 Prozentpunkte von 62┬á% im Jahr 2015 auf 53┬á% im Jahr 2016 zur├╝ck.

In 488┬áF├Ąllen (23┬á%) kamen gef├Ąhrliche Produkte aus Europa.

102 Meldungen (5┬á%) betrafen Produkte aus den USA und 53 Meldungen (2,6┬á%) Produkte aus der T├╝rkei. In 158 F├Ąllen (8┬á%) ist die Herkunft unbekannt.

N├Ąchste Schritte

Die Kommission wird weiter an dem Fr├╝hwarnsystem arbeiten, um seine t├Ągliche Verwendung durch die Beh├Ârden zu erleichtern.

Die Europ├Ąische Kommission wird den Informationsaustausch mit den chinesischen Beh├Ârden ├╝ber gef├Ąhrliche Produkte, die die Chinesen ÔÇ×an der QuelleÔÇť (in China) angehen, fortsetzen.

Auch die Zusammenarbeit mit Online-Anbietern wird fortgesetzt, um sie zu einem Vorgehen gegen gef├Ąhrliche Produkte anzuhalten. Um beh├Ârdliche Kontrollen zu unterst├╝tzen, arbeitet die Kommission derzeit an einem praktischen Leitfaden f├╝r die ├ťberwachung des Online-Marktes.

Hintergrund

├ťber das Schnellwarnsystem k├Ânnen seit┬á2003 Informationen ├╝ber gef├Ąhrliche Non-food-Erzeugnisse, die irgendwo in Europa vom Markt genommen bzw. zur├╝ckgerufen wurden, schnell zwischen den Mitgliedstaaten und der Europ├Ąischen Kommission ausgetauscht werden. Dies wiederum erm├Âglicht, dass EU-weit geeignete Folgema├čnahmen (Verbot/Einstellung des Verkaufs, R├╝cknahme, R├╝ckruf oder Einfuhrverweigerung durch die Zollbeh├Ârden) ergriffen werden k├Ânnen.

31┬áL├Ąnder (alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) nehmen derzeit am System teil. Das Schnellwarnsystem funktioniert dank der t├Ąglichen, kontinuierlichen engen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.

Das Schnellwarnsystem verf├╝gt ├╝ber eine ├Âffentliche Webseite (ec.europa.eu/consumers/rapid-alert-system), auf der die Warnmeldungen der am System beteiligten nationalen Beh├Ârden w├Âchentlich aktualisiert werden. Jede Woche werden rund 50┬áWarnmeldungen registriert und im Internet ver├Âffentlicht. Die Meldungen sind der ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich. Verbraucher und Unternehmen k├Ânnen inzwischen auch auf ihre Bed├╝rfnisse zugeschnittene Benachrichtigungen ├╝ber neue Warnmeldungen abonnieren und Warnungen ├╝ber die sozialen Medien weitergeben.

[ig_button style=“success puffy“ link=“http://ec.europa.eu/consumers/consumers_safety/safety_products/rapex/alerts/repository/content/pages/rapex/reports/docs/rapex_annual_report_2016_en.pdf“ target=“_blank“]PDF – Rapex Report 2016 (englisch) >>[/ig_button]

Quelle und Bilder: Europ├Ąische Kommission
Internet: http://ec.europa.eu


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