Hohe Belastung mit Perfluoroctansulfons├Ąure (PFOS): Keine Fische aus der Ochtum essen

Verbraucherschutzministerium ver├Âffentlicht neue Verzehrempfehlung

HANNOVER. Fische, die aus den nieders├Ąchsischen Flussabschnitten der Ochtum (Nebenfluss der Weser)┬ágeangelt werden, sollten nicht gegessen werden. Der Grund ist eine hohe Belastung der untersuchten Fische mit Perfluoroctansulfons├Ąure (PFOS). Das Nieders├Ąchsische Verbraucherschutzministerium r├Ąt vom┬áVerzehr von Ochtumfischen ab und ver├Âffentlichte heute eine neue Verzehrempfehlung.

Hohe Belastung mit Perfluoroctansulfons├Ąure (PFOS): Keine Fische aus der Ochtum essen

Im Fr├╝hjahr wurde die Belastung der Flussfische in den bremischen Abschnitten der Ochtum mit Perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) bekannt. Weil die Verbindung kaum abbaubar ist, kann sie sich auch in Fischen, die in belasteten Gew├Ąssern leben, anreichern. Daraufhin veranlasste das Nieders├Ąchsische Verbraucherschutzministerium das Institut f├╝r Fische und Fischereierzeugnisse (IFF) des Nieders├Ąchsischen

Landesamtes f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Cuxhaven mit den Untersuchungen. Seit Mai dieses Jahres wurden 146 Flussfische aus den nieders├Ąchsischen Abschnitten der Ochtum auf ihre Gehalte an PFOS und PFOA (Perfluoroktans├Ąure) untersucht.

Das IFF hat jetzt erste Ergebnisse des Monitorings der Ochtumfische zun├Ąchst nur f├╝r PFOS vorgelegt. Der Medianwert der PFOS-Gehalte im Muskelfleisch aller untersuchten Fische der vier beprobten Fischarten Aal, Brasse, Rotauge und Flussbarsch betr├Ągt 11,22╬╝g/kg. F├╝r diese Substanz existiert kein Grenzwert,┬ásondern ein auf der Basis eines von der Europ├Ąischen Lebensmittelsicherheitsbeh├Ârde (EFSA) neu herausgegebenen TWI-Wertes (Tolerable Weekly Intake) errechneter Orientierungswertes von 0,36╬╝g/kg. Da┬áder ermittelte Medianwert aller Fische den Orientierungswert deutlich ├╝berschreitet Daher empfiehlt das Fachministerium, bis auf weiteres auf den Verzehr von Fischen aus dem Bereich zu verzichten.

Hintergrund

Was ist PFOS?

Perfluoroctansulfons├Ąure (PFOS) geh├Ârt zu den perfluorierten Chemikalien (PFC), welche aufgrund ihrer technischen Eigenschaften in der Industrie, in Verbraucherprodukten und auch in L├Âschsch├Ąumen h├Ąufig Anwendung finden. Einmal in die Umwelt gelangt, k├Ânnen sie dort nur ├╝ber sehr lange Zeitr├Ąume abgebaut werden. Des Weiteren ist PFOS ein bioakkumulierender Stoff, das hei├čt er wird vom Organismus schnell aufgenommen, aber auch schwer ausgeschieden, wodurch er sich im Laufe der Zeit im Organismus anreichert.

Wie gelangt PFOS in die Ochtum?

Auf dem Flughafengel├Ąnde des Flughafen Bremen befindet sich ein L├Âsch├╝bungsplatz auf dem Feuerl├Âsch├╝bungen und Funktionspr├╝fungen f├╝r Feuerl├Âscheinrichtungen durchgef├╝hrt werden. Dabei wurde┬ábis vor ca. 15 Jahren auch PFOS-haltiger L├Âschschaum verwendet. Dabei hat sich PFOS im Boden des Gel├Ąndes angereichert. Das auf dem Flughafengel├Ąnde anfallende Drainagewasser wird ├╝ber das Entw├Ąsserungssystem des Flughafens in die Grollander Ochtum abgeleitet. Damit gelangen auch die im Boden und┬áSickerwasser vorhandenen PFC in das Gew├Ąsser.

Quelle: Nieders├Ąchsisches Ministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Internet: https://www.ml.niedersachsen.de


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