foodwatch-Report: Teils ekelerregende Hygienezust├Ąnde in mehreren bayerischen Gro├čb├Ąckereien

foodwatch-Report deckt schwere Hygienem├Ąngel in Gro├čb├Ąckereien auf – Verbraucher wurden nicht informiert – foodwatch fordert: Bundesl├Ąnder m├╝ssen Kontrollergebnisse ver├Âffentlichen

– Teils ekelerregende Hygienezust├Ąnde in mehreren bayerischen Gro├čb├Ąckereien┬á
– Beh├Ârden wussten Bescheid, informierten aber nicht die ├ľffentlichkeit
– foodwatch fordert Ver├Âffentlichung aller Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen┬á

Teils ekelerregende Hygienezust├Ąnde in mehreren bayerischen Gro├čb├Ąckereien

M├Ąusekot, K├Ąferbefall, Schimmel, Dreck

In mehreren Gro├čb├Ąckereien in Bayern herrschten ├╝ber Jahre hinweg immer wieder teils ekelerregende Zust├Ąnde. Das zeigen Kontrollberichte der bayerischen Lebensmittelbeh├Ârden, die die Verbraucherorganisation foodwatch heute in dem Report „Bayerisches Brot“ erstmals ├Âffentlich gemacht hat. Die Beh├Ârden haben die Verbraucherinnen und Verbraucher ├╝ber die Zust├Ąnde nicht informiert. foodwatch forderte alle Bundesl├Ąnder auf, jeweils per Landesgesetz vorzuschreiben, dass ausnahmslos alle Lebensmittelkontrollergebnisse ver├Âffentlicht werden m├╝ssen. Denn Bayern sei keineswegs ein Einzelfall, so foodwatch: Jedes Jahr wird in Deutschland jeder vierte kontrollierte Lebensmittelbetrieb beanstandet, vor allem wegen Hygieneverst├Â├čen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren jedoch nicht, welche Betriebe betroffen sind.

„Das Schweigen der Beh├Ârden ist der eigentliche Skandal, und der ist politisch offenbar gewollt“, sagte Johannes Heeg von foodwatch. Die Verbraucherorganisation forderte eine Neuausrichtung der Lebensmittel├╝berwachung in Deutschland: Die Beh├Ârden m├╝ssten dazu verpflichtet werden, ausnahmslos alle Ergebnisse der amtlichen Kontrollen zu ver├Âffentlichen. Bisher fehlt dazu die rechtliche Grundlage – wollen Beamte Informationen ver├Âffentlichen, drohen daher Klagen der betroffenen Unternehmen. Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag zwar bereits 2013 versprochen, auf Bundesebene rechtliche Klarheit f├╝r eine bessere Verbraucherinformation zu schaffen. Dieses Versprechen wurde aber nicht eingel├Âst, kritisierte foodwatch. Solange der Bund nicht f├╝r Rechtssicherheit sorgt, k├Ânne aber jedes Bundesland mit einem eigenen Landesgesetz Transparenz vorschreiben. So k├Ânnten F├Ąlle wie in Bayern in Zukunft verhindert werden.┬á„Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht zu erfahren, wo alles sauber ist und wo M├Ąuse und Kakerlaken ein und aus gehen. Erst das schafft f├╝r Lebensmittelbetriebe einen Anreiz, sich jeden Tag an die Hygieneregeln zu halten, und sorgt f├╝r einen fairen Wettbewerb, in dem die sauberen Betriebe nicht l├Ąnger die Dummen sind. Solange nicht alle Kontrollergebnisse ├Âffentlich sind, muss die Frage gestellt werden: Von welchen Hygieneskandalen wissen die Beh├Ârden noch, ohne dar├╝ber zu informieren?“, sagte Johannes Heeg von foodwatch.┬á

Die Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen werden bisher in aller Regel nicht ver├Âffentlicht. foodwatch hatte jedoch ├╝ber das sogenannte Verbraucherinformationsgesetz (VIG) bei den zust├Ąndigen Beh├Ârden die Herausgabe von Kontrollergebnissen bei acht der gr├Â├čten bayerischen B├Ąckerei-Unternehmen beantragt. VIG-Verfahren sind langwierig, kompliziert und k├Ânnen hohe Geb├╝hren nach sich ziehen. Letztlich erhielt foodwatch so jedoch Informationen zu 69 Kontrollen aus den Jahren 2013 bis 2016 bei den Unternehmen Bachmeier, Der Beck, Heinz, Hiestand, H├Âflinger, Hofpfisterei, Ihle und LSG. Die Ergebnisse dokumentiert der Report „Bayerisches Brot“, den foodwatch heute in M├╝nchen vorstellte: Bei manchen Kontrollen war alles in Ordnung, in anderen F├Ąllen stie├čen die Kontrolleurinnen und Kontrolleure auf ekelerregende F├Ąlle. Nur kleinere Beanstandungen gab es bei der Hofpfisterei und LSG. Besonders unhygienische Zust├Ąnde hingegen dokumentierten die Beamten bei Kontrollen in den Produktionsbetrieben von Bachmeier, Ihle und Der Beck. Die Beamten fanden Schimmel, verdreckte Ger├Ąte, M├Ąusekot und K├Ąferbefall, au├čerdem mehrfach Fremdk├Ârper in Backwaren. Besonders problematisch aus Sicht von foodwatch: Die Beh├Ârden beanstandeten regelm├Ą├čig und immer wieder Hygieneverst├Â├če. Ihnen gelang es offensichtlich jedoch nicht, die Verst├Â├če zu verhindern – auch weil die ├ľffentlichkeit nicht informiert wurde.┬á

[ig_button style=“alert flat“ link=“http://www.foodwatch.org/fileadmin/Themen/Smiley/PDF-Dokumente/2017-06-28_foodwatch-Report_Bayerisches-Brot.pdf“ target=“_blank“]foodwatch-Report „Bayerisches Brot“ >[/ig_button]

 

Anders ist die Situation in D├Ąnemark. Das Land ist aus Sicht von foodwatch Vorbild f├╝r eine Reform der Lebensmittel├╝berwachung. Dort sind Lebensmittelbetriebe seit 15 Jahren verpflichtet, die Kontrollergebnisse an der Eingangst├╝r auszuh├Ąngen. Die Pr├╝fberichte sind zudem im Internet abrufbar. Zusammengefasst und bewertet wird das Ergebnis mithilfe eines Smileys. Seit Einf├╝hrung des „Smiley-Systems“ hat sich die Quote der beanstandeten Betriebe halbiert, von 30 auf 15 Prozent (Deutschland rund 25 Prozent). Inzwischen haben weitere L├Ąnder, unter anderem Frankreich und Gro├čbritannien, ├Ąhnliche Systeme eingef├╝hrt. In Deutschland hatte k├╝rzlich Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ├╝berhaupt ein Transparenzgesetz beschlossen – die neue schwarz-gelbe Landesregierung will das Vorhaben wieder stoppen.

Link: 

E-Mail-Aktion zur Einführung des Smiley-Systems: 
www.foodwatch.de/smiley-aktion 

Quellen und weiterf├╝hrende Informationen:

foodwatch-Report „Bayerisches Brot“:┬áwww.report-bayern.foodwatch.de
Alle Kontrollberichte zu den acht B├Ąckereien (Download):┬áwww.tinyurl.com/yaeymoox┬á

Quelle: foodwatch e.V.
Internet: www.foodwatch.de


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