RĂŒcknahme: Insektizid jetzt auch in 2014er Weinen aus Sachsen


Winzergenossenschaft Meißen nimmt sicherheitshalber Weine aus dem Handel

Der Skandal um den Einsatz des im Weinanbau verbotenen Insektizids mit dem Wirkstoff Dimethoat weitet sich aus. In einer Pressemitteilung Ă€ußerte sich Lutz KrĂŒger, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Winzergenossenschaft Meißen nun, knapp 5 Monate nach dem ersten Nachweis des Insektizides in sĂ€chsischen Trauben des Jahrgangs 2015.

weisswein

„FĂŒnf Weine des 2014er Jahrganges werden im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes zurĂŒckgenommen. Es handelt sich hierbei nicht um einen öffentlichen RĂŒckruf, sondern um eine RĂŒcknahmeaktion, die eigenverantwortlich von der Winzergenossenschaft gestartet wird, um vorsorglich das weitere „in Verkehr bringen“ des Weines zu verhindern. Es handelt sich hierbei ausschließlich um 2014er Weine. Die 2015er Weine werden erst in Verkehr gebracht, wenn durch Analysen die Unbedenklichkeit zweifelsfrei nachgewiesen ist.

Ob Verbraucher betroffene Weine zurĂŒckgeben können, wurde nicht mitgeteilt. Eine telefonische Nachfrage von uns konnte aktuell nicht beantwortet werden.

Bei den nachfolgenden Weinen wurden die Grenzwerte?? fĂŒr den Wirkstoff Dimethoat ĂŒberschritten

[ig_icon icon=“genericon-notice“ size=“large“] Bei den Weinen handelt es sich um:


2014er MĂŒller Thurgau (Literflasche – AP-Nr. 01 43 15)

2014er Morio Muskat (AP-Nr. 01 18 15)

SĂ€chsischer Landwein Bennoschoppen halbtrocken (AP-Nr. L 01 615)

SĂ€chsischer Landwein Bennoschoppen trocken, rot (AP-Nr. L 01 115)

2014er Scheurebe (AP-Nr. 01 48 15)

Unsere Meldung vom 11.02.2016
2015er MĂŒller-Thurgau der Weinkellerei Jan Ulrich


„Eine gesundheitliche Gefahr geht von den jetzt aus dem Handel genommenen Weinen nicht aus.“ So der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Winzergenossenschaft.

„Diese Entscheidung haben wir in enger Zusammenarbeit und in Absprache mit dem zustĂ€ndigen Behörden getroffen, um hier im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes und auch im Sinne unseres eigenen QualitĂ€tsmanagements zu handeln“, so Lutz KrĂŒger, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Winzergenossenschaft.

„Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich, da durch das unverantwortliche Handeln einiger Weniger die Arbeit von knapp 1.500 Winzern auf das Schlimmste diskreditiert wird und eine komplette Kulturlandschaft in ihrem Bestand gefĂ€hrdet ist“, so KrĂŒger abschließend.

Es stellt sich die Frage, warum ĂŒberhaupt ein Grenzwert fĂŒr ein Insektizid angesetzt wird, wenn dieses fĂŒr den Einsatz im WeinanbauÂ ĂŒberhaupt nicht zugelassen ist. Scheinbar können sich auch die zustĂ€ndigen Behörden nicht auf einen gemeinsamen Nenner zum Umgang mit diesem Weinskandal umzugehen ist.

Warum werden VerbraucherInnen nicht anstĂ€ndig informiert? Schließlich sind es diejenigen, die wirklich betroffen sind. Die Winzer sind fĂŒr dafĂŒr verantwortlich, dass einwandfreie Ware in den Handel gelangt.

Weder auf der Internetseiten der Winzergenossenschaft Meißen noch auf deren Facebookseite, noch beim SĂ€chsischen Weinbauverband gibt es Informationen hierzu. Auch der zustĂ€ndige Landkreis sowie das SĂ€chsische Staatsministerium fĂŒr Soziales und Verbraucherschutz Ă€ußern sich öffentlich nicht zu den aktuellen VorfĂ€llen.

Mit „Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes…“ hat diese Art der Krisenkommunikation aber auch rein gar nichts zu tun.

Quellen: Winzergenossenschaft Meißen

 

Hintergrund Dimethoat (Bi 58)

Dimethoat wird als Insektizid gegen SchÀdlinge wie zum Beispiel BlattlÀuse, Zikaden, Wanzen aber auch gegen Hausfliegen eingesetzt.

Die Substanz wirkt als starkes Nervengift auf zahlreiche Organismen, darunter alle Insekten, alle SĂ€ugetiere und somit auch Menschen. Die StĂ€rke der Wirkung ist von der Masse des Individuums abhĂ€ngig, da sich Dimethoat im Körper verteilt. Dieses Nervengift wirkt immer dann gefĂ€hrlich, wenn es zum Zeitpunkt der Aufnahme eine funktionsschĂ€digende Konzentration erreicht. FĂŒr behandelte Pflanzen, die zum menschlichen Verzehr bestimmt sind, sind je nach Kultur unterschiedlich lange Wartezeit vorgeschrieben. Quelle: wikipedia.de

 

RĂŒckgabe? unbekannt |  RĂŒckerstattung? unbekannt|  Kassenbon notwendig? Nein

 

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2 Antworten

  1. Amrei Niessen sagt:

    http://www.weinbauverband-sachsen.de/info/news/
    Bitte informieren Sie sich bevor Sie Artikel schreiben.
    Und eine Mindesmenge hat insofern Sinn, als das das Mittel im Obstbau noch zugelassen ist und es zu Abdrift kommen kann, der dann bei den Ă€ußerst genauen Messungen nachweisbar ist. Da kann der Winzer nichts dafĂŒr und der Wein ist unbedenklich. Die Weine bei denen der Wert ĂŒber dem Höchstwert liegt ist es normal, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden. Nur besteht da dennoch keine Gefahr fĂŒr den Verbraucher. Der sĂ€chsische Weinbauverband hat ausserdem sofort reagiert und eine informative Pressemeldung herausgebracht und mehrere Interviews in der Zeitung gegeben.

    • Redaktion sagt:

      Zur Information: Wir hatten mehrmals angeschrieben und telefonisch bei den VerbĂ€nden nachgefragt, unter anderem, ob Endverbraucher bereitsgekaufte Weine zurĂŒckgeben können. Antworten wollte oder konnte man uns nicht geben.

      Weine aus dem Verkehr gezogen?! Es wurde ein Produkt in den Handel gebracht, welches so nicht hĂ€tte verkauft werden dĂŒrfen. Fakt! Daher ist eine RĂŒcknahme aus dem Handel fĂŒr mein VerstĂ€ndnis von Verbraucherschutz doch ein etwas dĂŒrftiger Versuch, hier Schadensbegrenzung zu betreiben. Die, die es betrifft, die menschen, die einwandfreie Ware erwarten, ja genau diese wurden nicht informiert.

      Zur Abdrift: Hier gibt es die Verursacherhaftung. Sprich da können HaftunmgsansprĂŒche gegen den Ausbringer geltend gemacht werden. Auch ist ein anderweitig (noch) erlaubter Einsatz von Dimethoat (unter ganz bestimmten Voraussetzungen ĂŒbrigens) keinerlei Entschuldigung.
      http://www.boelw.de/uploads/media/pdf/Dokumentation/Rechtsgutachten/schadensfall_haftungsrecht.pdf

      Schließlich sind inzwischen fast 5 Monate vergangen, vom ersten Nachweis des Insektizides – da war viel viel Zeit, seitens der Behörden, der VerbĂ€nde und der Winzer selbst, AufklĂ€rung zu schaffen!

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