foodwatch-Labortest: Baby-Lebensmittel aus Reis mit krebserregendem Arsen belastet

foodwatch hat 18 Reisprodukte f├╝r Babys von Alnatura, Bebivita, dm, Hipp, Holle, Rossmann und Sunval getestet┬á– Alle getesteten Baby-Lebensmittel enthalten anorganisches Arsen, es gibt jedoch deutliche Unterschiede in der H├Âhe der Belastung┬á– foodwatch fordert Hersteller auf, Belastung zu minimieren

Alle getesteten Baby-Lebensmittel enthalten anorganisches Arsen, es gibt jedoch deutliche Unterschiede in der H├Âhe der Belastung

Alle getesteten Baby-Lebensmittel enthalten anorganisches Arsen – Bild: foodwatch e.V.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat bei einem Labortest von Reisflocken und Reiswaffeln f├╝r Babys in allen untersuchten Proben krebserregendes Arsen nachgewiesen. Einige Produkte waren dabei deutlich st├Ąrker belastet als andere: So enthielt eine Probe des „Bio-Babybrei Reisflocken“ des Herstellers Holle fast viermal so viel Arsen wie der „Sun Baby Bio Reisbrei“ von Sunval. Die „Hipp Apfel Reiswaffeln“ waren fast dreimal so stark belastet wie die „Reiswaffeln Apfel-Mango“ der Hipp-Tochterfirma Bebivita. Zwar l├Ąsst sich bei Reis eine Arsenbelastung nicht g├Ąnzlich vermeiden, die deutlichen Unterschiede zeigen jedoch laut foodwatch: Die Hersteller haben es in der Hand, die Belastung zu minimieren.

„Babys und Kleinkinder m├╝ssen vor krebserregenden Stoffen wie anorganischem Arsen bestm├Âglich gesch├╝tzt werden. Die Hersteller von Babynahrung sind in der Verantwortung, die Belastung mit Arsen auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren. Es ist inakzeptabel, dass einige Produkte drei- bis viermal so viel Arsen enthalten wie andere“, kritisierte Johannes Heeg von foodwatch.

foodwatch hat insgesamt 18 Baby-Lebensmittel aus Reis untersuchen lassen: f├╝nf Reisflocken-Produkte zur Zubereitung von S├Ąuglingsbrei und 13 Reiswaffeln, die f├╝r Babys „ab dem 8. Monat“ vermarktet werden. In allen untersuchten Proben fand sich anorganisches Arsen. Laut Bundesinstitut f├╝r Risikobewertung (BfR) gibt es f├╝r anorganisches Arsen keine sicheren Aufnahmemengen. Der Stoff ist krebserregend. Eine chronische Aufnahme kann zu Hautver├Ąnderungen und Nervensch├Ąden f├╝hren. Da Arsen sich in Reis nicht vollst├Ąndig vermeiden l├Ąsst, vertritt das Institut die Auffassung, dass die Hersteller die Belastung so niedrig wie m├Âglich halten sollen. Eltern empfiehlt das BfR, Lebensmittel aus Reis wie Reiswaffeln oder Reisbrei nur in Ma├čen zu f├╝ttern und mit reisfreien Produkten abzuwechseln. foodwatch forderte die Hersteller auf, auf der Verpackung ├╝ber die Verzehrempfehlung des BfR zu informieren.

Die Europ├Ąische Union schreibt Grenzwerte f├╝r anorganisches Arsen in Reis und bestimmten Reisprodukten vor. Reis, der als Zutat f├╝r Babynahrung verwendet wird, darf maximal 0,1 Milligramm anorganisches Arsen pro Kilogramm enthalten. Die von foodwatch untersuchten Produkte waren zum Teil h├Âher belastet. foodwatch hat die Analyseergebnisse an die zust├Ąndigen Beh├Ârden f├╝r Lebensmittel├╝berwachung weitergeleitet. Diese m├╝ssten nun pr├╝fen, ob die Reisprodukte verkehrsf├Ąhig sind, so foodwatch. Zudem forderte die Verbraucherorganisation die Beh├Ârden auf, Babyprodukte auf Reisbasis regelm├Ą├čig auf ihren Arsengehalt zu untersuchen und die Ergebnisse umgehend zu ver├Âffentlichen.

Professor Andrew Meharg vom Institut f├╝r Globale Lebensmittelsicherheit an der QueenÔÇśs Universit├Ąt Belfast hat den Test im Auftrag von foodwatch durchgef├╝hrt. Die untersuchten Proben der Reisflocken und Reiswaffeln enthielten pro Kilogramm zwischen 0,028 und 0,111 Milligramm anorganisches Arsen. Damit lagen sie im Durchschnitt deutlich ├╝ber den Gehalten, die bei einer aktuellen Analyse von Baby-Reisprodukten aus Gro├čbritannien gemessen wurden: „Baby-Lebensmittel aus Reis stellen in Deutschland eine unn├Âtige Gesundheitsgefahr dar“, kritisierte Professor Andrew Meharg. „Niedrige Werte sind machbar: Auf dem britischen Markt weisen Baby-Reisprodukte nur sehr geringe Belastungen mit Arsen auf. Es gibt keinen Grund, warum deutsche Hersteller nicht in der Lage sein sollten, ebenso niedrige Werte zu erreichen.“

Arsen ist von Natur aus in der Erdkruste vorhanden. ├ťber das Grundwasser kann Arsen ins Trinkwasser gelangen und von Pflanzen aufgenommen werden. Reis nimmt besonders viel Arsen auf.

PDF – Alle Testergebnisse im Detail >┬áBfR zu Arsen in Reis >

 

Quelle und Produktabbildungen: foodwatch e.V.
Internet: www.foodwatch.de