Rückruf: Gesundheitsgefahr – Dunlopillo ruft Matratzen zurück

UPDATE 13.10.2017 – 18:57 Uhr

Nach aktuellem Kenntnisstand besteht bei Dunlopillo Matratzen und bei Emma Matratzen keine Gesundheitsgefährdung.

Im Laufe der Woche wurden mehrere, ausführliche Tests durchgeführt. Stand heute (13.10.) bestätigen diese Prüfergebnisse, dass der Gehalt von Dichlorbenzol (DCB) bei Dunlopillo Matratzen und bei Emma Matratzen weit unter den Grenzwerten liegt, die anerkannte Institute im Rahmen ihrer Zertifizierungen und Gütesiegel als potentiell bedenklich erachten.


Die Dunlopillo Deutschland GmbH informiert über den Rückruf von Matratzen. Wie das Unternehmen mitteilt, ist es bei dem Zulieferer BASF zu einem Zwischenfall bei der Herstellung von TDI gekommen, wodurch es europaweit bei zahlreichen Matratzenherstellern zu einer erhöhten Konzentration von gesundheitsschädlichen und umweltbelastenden Dichlorbenzolen gekommen ist.

 

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Damit sind auch Produkte von Dunlopillo-Matratzen, die in den letzten 14 Tagen an den Handel oder den Endkunden ausgeliefert wurden, betroffen.

Dunlopillo reagiert sofort und noch vor den abschließenden Prüf-Ergebnissen auf dieses Problem. So wurde nicht nur die Auslieferung der betroffenen Ware unmittelbar gestoppt, auch eine große Rückrufaktion wurde in die Wege geleitet. „Auch wenn die abschließenden Ergebnisse noch nicht vorliegen, besteht der Verdacht für eine gesundheitliche Gefährdung – das reicht uns, dass wir alle betroffenen Matratzen, die beim Endkunden oder am POS liegen, zurückholen und durch neue ersetzen“, erklärt Manuel Müller, Geschäftsführer Dunlopillo. Zwar ist das Unternehmen zu diesem Schritt nicht verpflichtet, doch die in einem Schnelltest festgestellten Werte genügen nicht dem sehr hohen Qualitätsanspruch von Dunlopillo.

Bereits ab der kommenden Woche soll die Produktion mit reinen Rohstoffen wieder starten und Händler und Endkunden wieder beliefert werden. Die Handelspartner wurden bereits von Dunlopillo über die Rückrufaktion informiert. Auch die Kunden, die Dunlopillo online bestellt haben, werden direkt vom Unternehmen angesprochen. Zudem wird der Rückruf den zuständigen Aufsichtsbehörden gemeldet.

Verbraucherservice
Sollten Verbraucher oder Partner Fragen haben oder unsicher sein, ob ihre Matratze betroffen ist, können sie sich an die eingerichtete Dunlopillo Service-Hotline unter +49 69 999 997 830 wenden.

Verbraucher und Händler können die betroffenen Matratzen direkt zurücksenden, die Kosten trägt das Unternehmen

Weitere betroffene Produkte >

Dichlorbenzol

p-Dichlorbenzol ist ein in der Umwelt schlecht abbaubarer Stoff. Es ist giftig für Wasserorganismen (WGK 2) und kann daher längerfristig schädliche Wirkungen haben. Im tierischen Organismus wirkt PDCB schädlich, indem es vorzugsweise Leber, Nieren und Lungen angreift. Auch reizt es Haut und Augen. In neueren Untersuchungen erwies sich Paradichlorbenzol als krebserregend (karzinogen/kanzerogen) – Quelle: wikipedia

 


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23 Antworten

  1. Susa Richter sagt:

    Wer sind die übrigen europäischen Matratzenhersteller? Sind etwa auch die von Aldi Süd vor etwa vier Wochen in den Verkehr gebrachten Matratzen betroffen?

  2. Susa Richter sagt:

    Danke, habe Aldi jetzt auch angeschrieben.

  3. Susa Richter sagt:

    Ich habe folgende Antwort erhalten :

    Guten Morgen Frau R,

    vielen Dank für Ihre Anfrage. Ihre Besorgnis können wir nachvollziehen.

    Gerne teilen wir Ihnen mit, dass bei der Matratze der Schaumstoff von BASF nicht verwendet wurde.

    Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnten und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.

    Mit freundlichen Grüßen aus Mülheim an der Ruhr

    i. A. CH

    Kundenservice

    ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG
    Unternehmensgruppe ALDI SÜD

    Zusatz: Es handelte sich sich um eine im September gekaufte Matratze vom Hersteller dormia.

  4. Peter L. sagt:

    Ich habe vor wenigen Tagen zwei Matratzen bei der Firma bett1.de bestellt. Die Ware wurde noch nicht geliefert und befindet sich demnach offenbar noch in der Produktion. Meine Anfrage wurde seitens der Fa. bett1 noch nicht beantwortet.
    Ist Ihnen bekannt, ob in dieser Fa. der durch die BASF hergestellte Stoff verwendet wird?

    P.L.

    • Redaktion sagt:

      Hallo, ich habe bereits mehr als 70 Unternehmen angeschrieben, die evtl, von den Schaumlieferungen betroffen sein könnten. Auch bett1. Sobald ich Rückmeldungen erhalte, werden diese auf der Seite https://www.produktwarnung.eu/2017/10/11/verbraucherinformation-zu-dichlorbenzol-in-matratzen/7067 eingestellt.
      Derweil empfehle ich Ihnen, sofern keine eindeutige Klärung im Falle ihrer Matratzen möglich ist, von der 100 Tage Aktion https://www.bett1.de/faq?question=22 gebrauch zu machen

      • Peter L. sagt:

        Daran hatte ich auch gedacht, aber noch ist sie ja nicht geliefert und offenbar gibt es ohnehin Lieferverzögerungen. Selbst wenn die Matratze dann kommt und ich sie zurücksende, bleibt die Ungewissheit, ob man nicht bei einer Neubestellung die selbe Matratze wieder bekommt oder eine ähnlich belastete Matratze erhält.

        • Redaktion sagt:

          Verstehe, wenn es Lieferverzögerungen gibt, dann könnte es mit der aktuellen Entwicklung zusammenhängen, an sich ja positiv. Dass Hersteller bewußt belastete Produkte – wie Matratzen – ausliefern, möchte ich nicht glauben, zumal ja derzeit schon auch davon ausgegangen werden muss, dass Organisationen wie ÖKO-TEST oder die Stiftung Warentest nun anschliessende Tests machen könnten.

  5. KS sagt:

    Super – danke für die Infos! Haben kürzlich auch die Aldi-Matratzen gekauft

  6. D.F. sagt:

    Wir haben am 23.09.17 eine MATRAND-Matratze bei IKEA gekauft. Nun wollten wir rausfinden, wann sie hergestellt wurde. Auf dem Aufkleber befindet sich neben dem Barcode die Zahl 1729. Steht das für das Jahr 2017 und KW29? Wenn das so ist, dann wäre die Matratze vor dem Produktionsfehler bei der BASF hergestellt und somit OK?
    Bei IKEA Online finde ich keine Erklärung darüber, wie man das Produktionsdatum der Ware herausfindet. Die tel. Hotline von IKEA ist eine Katastrophe, – ich habe minutenlang vergebens gewartet, bis sich ein Mitarbeiter meldet, und aufgegeben.

  7. D.F. sagt:

    Danke, verraten Sie mir noch, wie Sie so schnell bei IKEA telefonisch durchgekommen sind? Ein direkter Draht? 🙂

  8. D.F. sagt:

    IKEA schreibt ih Ihrer Meldung (siehe: http://www.ikea.com/ms/de_DE/wichtige_info.html):

    „BASF, einer unserer Lieferanten, informierte uns darüber, dass es aufgrund eines Produktionsfehlers zu erhöhten Werten von Dichlorbenzol in der Produktion kam. Aus diesem Grund leitete IKEA eine Untersuchung ein, um herauszufinden, welche Produkte möglicherweise betroffen sein könnten. Es wurden bereits einige Produkte identifiziert und als Vorsichtsmaßnahme hat IKEA den Verkauf dieser Produkte in den folgenden Märkten gestoppt: Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Schweden und Dänemark.“

    Irritiert bin ich darüber, dass es kein Verkaufsstopp für die deutschen Märkte gibt? Wurden etwa die deutschen Märkte nicht im betroffenen Zeitraum beliefert? Sind dann die Matratzen, die bei IKEA Deutschland verkauft wurden/werden alle nicht mit Dichlorbenzol belastet? Warum gibt es dann doch die Rückrufauktion bei IKEA in Deutschland? Viele Fragen…

    • Redaktion sagt:

      Hallo, ersteinmal, es gibt keinen Rückruf von Ikea zu den Matratzen! Diese Differenzierung ist schon aus verbraucherrechtlichen Gründen wichtig.
      Richtig ist, in den genannten Ländern wurden Auffälligkeiten festgestellt und daraufhin der Verkauf gestoppt. Im Deutschen Markt sind bislang keinerlei Hinweise bei IKEA bekannt, dass die hierzulande verkauften Matratzen betroffen sind. Die Rücknahme ist eine kundenorientierte und in meinen Augen auch eine vertrauensbildende Maßnahme, (die ich persönlich sehr gut finde) um Kunden mit einem schlechten Gefühl die Möglichkeit einer Rückgabe zu geben.
      Derzeitiger Stand ist: IKEA Matratzen in Deutschland sind bislang weder auffällig noch in Verdacht geraten, von der TDI-Problematik betroffen zu sein. Das hängt unter Umständen auch damit zusammen, dass IKEA verschiedene Produktionsstandorte hat.
      IKEA hat auch für heute ein aktualisiertes Statement angekündigt, welches wir natürlich sofort nach erhalt publizieren werden.

      • D.F. sagt:

        Danke für Ihre ausführliche Rückmeldung. Aktuell ist von Ihnen hier mehr zu erfahren als von IKEA direkt! Zum Thema „verschiedene Produktionsstandorte“: unsere Matratze wurde – zumindest laut dem Aufkleber auf der Folienverpackung – in Polen hergestellt.

  9. M. Lange sagt:

    Hallo! Ist inzwischen bekannt, ob der niederländische Hersteller Swiss Sense ebenfalls betroffen ist?

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